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Demenzerkrankungen auf dem Vormarsch

Demenz: Risikofaktoren, Früherkennung, Vorbeugung, Behandlung

Unterhaching, 29. September 2026

Stand: 09/2026

Volkskrankheit Demenz?

In Deutschland leben über 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. Davon leiden etwa 60 Prozent an der Alzheimer-Krankheit. Je nach demographischer Entwicklung und Fortschritten​ bei der Prävention und Therapie könnte die Zahl der Betroffenen bis zum Jahr 2050 auf 2,3 bis 2,7 Millionen ansteigen, schätzt die DAlzG. Ab dem 80. Lebensjahr steigt das Risiko für eine Demenz deutlich an. Dennoch sind fast 6 Prozent der Betroffenen in Deutschland – rund 106.000 Menschen – jünger als 65 Jahre. 

Was ist Demenz für eine Krankheit?

Eine Demenzerkrankung verändert die Art und Weise, wie Betroffene die Welt wahrnehmen und wie sie mit anderen kommunizieren. Medizinisch betrachtet ist Demenz keine einzelne Krankheit, sondern ein Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen und Schädigungen des Gehirns, die insbesondere Gedächtnis, Denken, Orientierung und die Fähigkeit zur Bewältigung des Alltags beeinträchtigen können. Die Ursachen sind vielfältig und umfassen unter anderem neurodegenerative Veränderungen, Gefäßerkrankungen sowie genetische und weitere biologische Faktoren.

Zu den häufigsten Formen beziehungsweise Ursachen einer Demenz gehören die Alzheimer-Krankheit, die vaskuläre Demenz, die Lewy-Körper-Demenz und frontotemporale Demenzen. Auch Mischformen kommen häufig vor. Die Alzheimer-Krankheit ist mit einem Anteil von rund 60 bis 70 Prozent die häufigste Ursache einer Demenz.

Welche Risikofaktoren fördern Demenz?

Der wichtigste Risikofaktor für eine Demenz ist das Alter. Aber auch genetische Faktoren spielen eine Rolle. Daneben sind heute 14 potenziell beeinflussbare Risikofaktoren bekannt. Dazu zählen

  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • hohe LDL-Cholesterinwerte
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Rauchen
  • starker Alkoholkonsum
  • Hörverlust
  • unbehandelter Sehverlust
  • Depressionen
  • soziale Isolation
  • Schädel-Hirn-Verletzungen
  • Luftverschmutzung
  • geringe formale Bildung

Sind Demenz und Alzheimer dasselbe?

Demenz und Alzheimer sind nicht dasselbe: Alzheimer ist eine bestimmte Erkrankung und zugleich die häufigste Ursache einer Demenz. Typisch sind unter anderem Veränderungen des Eiweißstoffwechsels im Gehirn, bei denen Proteine ablagern und die Kommunikation zwischen den Nervenzellen stören.

Die direkt vererbte Form der Alzheimer-Krankheit ist sehr selten. Weniger als ein Prozent der Alzheimer-Erkrankungen wird durch bestimmte Veränderungen einzelner Gene verursacht und unmittelbar weitervererbt.

Gibt es eine Methode zur Früherkennung von Demenz?

Die Diagnose einer Demenz basiert auf verschiedenen Bausteinen. Dazu gehören die ärztliche Anamnese, körperliche und neurologische Untersuchungen sowie Tests, mit denen Gedächtnis, Orientierung und andere kognitive Fähigkeiten untersucht werden. Bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) können helfen, Veränderungen im Gehirn zu erkennen und andere Ursachen für die Beschwerden auszuschließen.

Die erste Diagnose wird häufig von der Hausärztin oder dem Hausarzt gestellt. Dabei sollte möglichst auch eine Fachärztin oder ein Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie oder Nervenheilkunde hinzugezogen werden. 

Eine gründliche Untersuchung des körperlichen und psychischen Zustands sowie eine neuropsychologische Untersuchung sind wichtig. So kann festgestellt werden, welche Form der Demenz vorliegt und welche Ursache dahinterliegt.

Eine möglichst frühzeitige und genaue Diagnose ist wichtig. Sie ermöglicht Betroffenen und Angehörigen, sich früh mit der Erkrankung auseinanderzusetzen und geeignete medizinische, therapeutische und unterstützende Maßnahmen einzuleiten. Bei einer frühen Alzheimer-Krankheit kann eine genaue Diagnostik inzwischen zudem Voraussetzung für bestimmte neue medikamentöse Therapien sein.

Wie kann Demenz behandelt werden?

Eine Demenz ist bislang nicht heilbar. Je nach Form und Stadium der Erkrankung können Medikamente, nicht-medikamentöse Therapien und eine auf die individuelle Situation abgestimmte Begleitung jedoch dazu beitragen, Beschwerden zu lindern, Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten und die Lebensqualität zu fördern. Dazu gehören beispielsweise körperliche Aktivität, kognitive Stimulation, Rehabilitation sowie psychosoziale und therapeutische Angebote.

Die Behandlung von Demenzerkrankungen wie Alzheimer mit Medikamenten entwickelt sich immer weiter. Für Menschen in einem frühen Stadium der Alzheimer-Krankheit stehen inzwischen erstmals Medikamente zur Verfügung, die gezielt an einem Krankheitsmechanismus ansetzen. Die Medikamente richten sich gegen Protein-Ablagerungen im Gehirn und können das Fortschreiten der Erkrankung bei bestimmten Patientengruppen verlangsamen. Sie können Alzheimer jedoch nicht heilen.

Die Behandlung erfordert eine sorgfältige Auswahl und Überwachung. 

Neben den bereits erhältlichen Antikörpern werden weitere Wirkstoffe erforscht. Die Wirkstoffe sollen beispielsweise die natürlichen Reinigungsmechanismen der Nervenzellen unterstützen.

Eine Heilung gibt es bisher noch nicht. Die Forschung macht aber Fortschritte. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gewinnen jedes Jahr neue Erkenntnisse. Die fachliche Bewertung der neuen Therapien ist deshalb weiterhin Gegenstand der medizinischen Diskussion.

Was kann man vorbeugend gegen Demenz tun?

Ein gesunder Lebensstil kann dazu beitragen, das Risiko für eine Demenzerkrankung zu senken. Dazu gehören regelmäßige körperliche Aktivität, eine ausgewogene Ernährung, soziale Kontakte, geistige Aktivität sowie die Behandlung beziehungsweise Kontrolle von Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes. Auch der Verzicht auf Rauchen und ein verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol spielen eine Rolle.

Nach aktuellem Forschungsstand werden 14 potenziell beeinflussbare Risikofaktoren mit der Entstehung von Demenz in Verbindung gebracht. Die Lancet Commission und die 2026 aktualisierten Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation gehen davon aus, dass weltweit bis zu 45 Prozent des Demenzrisikos beziehungsweise der Demenzfälle mit solchen beeinflussbaren Faktoren zusammenhängen können.

Das bedeutet allerdings nicht, dass sich das persönliche Demenzrisiko eines einzelnen Menschen durch bestimmte Maßnahmen pauschal um 45 Prozent reduzieren lässt. Die Zahl beschreibt den möglichen Einfluss veränderbarer Risikofaktoren auf Bevölkerungsebene. Trotzdem zeigt die Forschung deutlich: Prävention und die Behandlung von Risikofaktoren können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Demenzerkrankungen zu verhindern oder ihr Auftreten hinauszuzögern.

Klar ist: Demenz bleibt eine der großen gesundheitlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit.

Wie verhalte ich mich bei Menschen mit Demenz?

Demenzerkrankungen verlaufen unterschiedlich. Daher sind auch die Bedürfnisse und die Verhaltensweisen der Betroffenen unterschiedlich. Manche Menschen mit Demenz sind freundlich, andere aggressiv, einige sind körperlich gesund, andere bettlägerig. Außerdem verändert sich das Krankheitsbild im Verlauf der Krankheit. 

In der Praxis bewährt haben sich folgende Tipps und Umgangsformen: 

  • Beobachten Sie das Verhalten und die Äußerungen des Betroffenen und versuchen Sie, es zu verstehen.
  • Hören Sie aufmerksam zu.
  • Bei Fragen: Stellen Sie „geschlossene“ Fragen, auf die man mit „Ja“ oder „Nein“ antworten kann.
  • Sprechen Sie langsam und deutlich, möglichst in einfachen, kurzen Sätzen.
  • Unterstreichen Sie Ihre Aussagen mit Mimik und Gestik.
  • Haben Sie im Gespräch Geduld und lassen Sie genug Zeit zum Antworten.
  • Weisen Sie einen Menschen mit Demenz nicht auf seine Fehler hin, korrigieren, kritisieren und überfordern sie ihn nicht.
  • Knüpfen Sie an gewohnte Handlungsmuster an: Welche Vorlieben und Abneigungen hat er?
  • Versuchen Sie, Ruhe und Sicherheit auszustrahlen.

Pflege bei Demenz - das macht KWA

Wie unsere KWA-Pflegeteams mit an Demenz erkrankten Bewohnerinnen und Bewohner umgehen, erfahren Sie in unserem neuen Konzept “Begleitung und Pflege”. 

Hier haben wir für Sie eine Übersicht zu den 5 Pflegegraden mit Leistungen und Beispielen aus dem Alltag zusammengestellt.

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